Ansichten und Empfehlungen
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Ansichten und Empfehlungen der Bundesagentur für Arbeit/der Berufsberatung
Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit http://www.was-werden.de findet sich die Rubrik „So können Eltern die Ausbildungschancen ihres Kindes verbessern“. Die Überschriften der einzelnen Abschnitte umreißen Themen der Berufsorientierung, geben Ziele für die Eltern vor, klären sie auf und in den jeweiligen Abschnitten werden Eltern durchaus auch angeleitet, dieses oder jenes auf diese oder jene Weise zu tun:
- „Ermutigen Sie Ihr Kind und stärken Sie sein Selbstbewusstsein!“
- Diese Aufgaben gilt es in den letzten beiden Schuljahren zu lösen.
- Eltern können Jugendlichen zeigen, wie sie Ziele erreichen
- Umfragen zeigen: Jugendliche tun sich schwer mit der Berufswahl
- So können Sie Ihr Kind gezielt fördern!
- Wichtige Infos für Ausbildungsplatzsuchende und ihre Eltern
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Interessen und Stärken.“
Ansichten und Empfehlungen aus der Wirtschaft
Arbeitgeberverbände und einzelne Arbeitgeber bieten zum Thema Berufsorientierung und Berufswahl im Internet inzwischen sehr viel. Meist ist hier von den Eltern nicht die Rede. Ein Beispiel, bei dem das doch der Fall ist, ist die Thüringer Initiative FrITZI (Forum zu Fragen der Informationsgesellschaft, Technologie, Zukunfts- und IT-Berufen). Sie hat eine Orientierungshilfe für Lernende und Lehrende erstellt mit dem Titel: „Was erwartet die Wirtschaft von den Schulabgängern?“ (Gemeinschaftsinitiative FRITZI 2005) An drei Stellen findet sich das Wort ‚Eltern’: In der Einleitung wird darauf hingewiesen, dass auch Eltern immer wieder die Frage stellen, welche Erwartungen an künftige Auszubildende gestellt werden. (S. 1) Und die Antwort fällt dann doch sehr simpel aus: Eltern sollen gemeinsam mit der Schule ‚normale’ Erziehungsziele erreichen: „Im Kern geht es um Basiskenntnisse und -fertigkeiten, um Sozialverhalten sowie um Grundhaltungen und Einstellungen, die für Arbeit und Beruf wichtig sind. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass Elternhaus und Schule eine stabile Grundlage schaffen, auf der die Ausbildung aufbauen kann.“ (S. 2) Etwas spezifischer wird es dann bei den Schlüsselqualifikationen ‚Ausdauer – Durchhaltevermögen - Belastbarkeit’: „In Elternhaus und Schule sollten die Jugendlichen gelernt haben, nicht gleich aufzugeben, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht sofort oder vielleicht auch gar nicht einstellt.“ (S. 12)
Literatur
Gemeinschaftsinitiative Fritzi (Hg.): „Was erwartet die Wirtschaft von den Schulabgängern?“ Ilmenau 2005; http://www.hallo-fritzi.de
Bundeselternrat
Eine Sicht von Eltern auf die Berufswahl wird vom Bundeselternrat formuliert. Die frühere Vorsitzende Renate Hendriks fasst im Jahr 2003 zusammen: Die Berufswahl wird immer schwieriger für junge Menschen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Vielzahl neuer Berufe, komplexere Arbeitswelt, zu wenig Kontakt zwischen Schule und Arbeitswelt. Darauf gibt es verschiedene Forderungen an Institutionen: Mindestens 2 Praktika, erstes Beratungsgespräch in der 8. Klasse, Berufswahlpass für Jugendliche, qualifizierte und individuelle Berufsberatung durch die BA, Zulassung und Finanzierung privater Berufsberatung. Forderungen an Eltern: „Der Berufsfindungsprozess sollte für Eltern genauso wichtig sein, wie ehedem die Wahl der richtigen Schule. Berufswahlvorbereitung ist auch ein Familienprozess, der aktiv verstanden und gestaltet werden sollte.“ ... „ Eltern sollten auch Verantwortung für ihre Kinder alles ihnen Mögliche tun, um die Berufswahl erfolgreich zu gestalten. Dazu können Hilfen von außen, Gespräche mit Berufsberatern, mit Psychologen sowie das Studium von Literatur einen sinnvollen Ansatz bieten.“ Zu empfehlen ist eine gute und enge Zusammenarbeit von Schule, Berufsberatung, Wirtschaft, Jugendlichen und Eltern. Und wie es aussieht, wird sie auch von all diesen Beteiligten gewünscht. Und zu empfehlen und zu wünschen ist natürlich vor allem: dass Eltern die Berufsorientierung und die Berufswahl ihrer Kinder gemeinsam mit ihnen als produktive und interessante Lebensphase gestalten können.
Literatur
Hendricks, Renate, Bundeselternrat: Berufswahl aus der Sicht von Eltern. In: http://www.sowionline.de/reader/berufsorientierung/akteure-ber.htm
