Kein Erfolg bei der Lehrstellensuche - Was dann?
Aus Girls'Day-ElternWiki
Eltern möchten nicht nur gern, dass ihr Kind oder ihre Kinder einen guten und angesehenen Beruf und bestenfalls ihren Wunschberuf ergreifen können. Sie möchten natürlich auch, dass ihre Kinder überhaupt einen Beruf erlernen und später ausüben können. Gerade heute gibt es allen Grund, sich darüber Sorgen zu machen. Die knappen Ausbildungsplätze lassen immer mehr Jugendliche chancenlos. Auch wenn die Bundesregierung und die Länder, die Arbeitgeber und die Gewerkschaften viel unternehmen und einige Erfolge erzielen – offensichtlich reicht das alles noch nicht aus, um allen Jugendlichen eine Ausbildungsmöglichkeit im dualen System zu gegeben. Was tun, in einer solchen Situation, wenn die Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolglos bleibt?
Wenn es so kommt, tendieren die Beteiligten, Eltern, Kinder und Institutionen u. U. zu der Devise: „Lieber irgendeine Ausbildung als keine Ausbildung.“ Eine rationale Strategie, die durchaus nicht erfolglos bleiben muss. Doch ist hier dennoch einiges zu bedenken: Würde ‚irgendeine Ausbildung’ dem Kind gerecht? Was bedeutet es für das Kind - und vielleicht auch die Eltern - die ursprünglichen, eigenen Berufswünsche aufzugeben? Die Entscheidung für irgendeine Ausbildung kann von Eltern auch unterstützt werden, indem sie deutlich machen, dass der eigene Berufswunsch später auf anderen Wegen möglicher Weise doch noch zu realisieren sein kann. Kurz gefasst: Eltern können Perspektiven aufzeigen.
In einer solchen Situation neigen die Beteiligten u. U. auch dazu, Jugendliche zu drängen und von ihnen zu fordern, sich auf möglichst viele und womöglich alle Ausbildungsangebote zu bewerben. Eine rationale Strategie, doch gibt es auch hier einiges zu bedenken. Mit der Menge der Bewerbungen steigen die Kosten, aber auch die Menge der Ablehnungen und unbeantworteten Bewerbungen. Und mit dieser Resonanz müssen Kinder vor allem, aber auch Eltern leben.
In einer solchen Situation neigen die Beteiligten u. U. dazu, Schuld zu verteilen und Schuldige zu suchen. Meist sind es - nicht nur heute - unangemessene Berufswünsche, mangelnde Schulleistungen und Berufsorientierung, die als Ursachen ausgemacht werden. Das trifft vor allem die Jungendlichen aber auch ihre Eltern. Haben sie etwas falsch gemacht oder versäumt? Eltern können sich damit auseinandersetzen und mit ihren Kindern darüber sprechen, wie die Situation am Ausbildungsmarkt ist, auch in der eigenen Region, und darüber, wie viele Jugendliche in derselben Situation sind.
In einer solchen Situation tendieren die Beteiligten u. U. dazu, die Situation für hoffnungslos zu halten und aufzugeben. Aufgeben aber ist wohl die schlechteste aller Möglichkeiten. Es führt zu Passivität und Resignation. Besser ist, nach Alternativen zu suchen und dabei auszuloten, welche Unterstützungen von Institutionen und Organisationen generell und vor Ort angeboten werden.
