Stereotype bei der Berufswahl

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Seit Jahrzehnten ist zu beobachten, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Ausbildungsberufe, schulische Ausbildungen und Studiengänge wählen. Die Ursachen hierfür sind tief in unserer Kultur und in unserem Ausbildungs- und Berufssystem verankert. Frauenarbeit zählte traditionell wenig und wurde schlecht bezahlt. Dies gilt noch heute für die Bezahlung in den Frauenberufen. Die traditionellen Frauenberufe bieten auch nur selten Aufstiegsmöglichkeiten. Sie sind deshalb für Männer unattraktiv. Für Männer kommt hinzu, dass sie mit der Entscheidung zu einem Beruf, der vorwiegend von Frauen ausgeübt wird, in ihrer Umgebung Zweifel an ihrer Männlichkeit auslösen.

Auch ist es für Frauen plausibel anzunehmen, dass sie den Anforderungen in Frauenberufen eher gewachsen sind und dass sie vielleicht sogar besondere Talente gerade für diese Berufe mitbringen.

Solche Annahmen, die im Übrigen nicht nur von den jungen Frauen und Männern selbst, sondern auch von vielen Erwachsenen geteilt werden, die sie fachlich fördern und beruflich beraten sollen, basieren auf Geschlechterstereotypen und Berufsimages, die meist unreflektiert bleiben. Als ungeprüftes Alltagswissen schaffen sie eine Grundlage für stereotype Berufsempfehlungen, Berufsentscheidungen und folgenreiche Einstellungsentscheidungen in Unternehmen, die den individuellen Kompetenzen, Interessen und Entwicklungspotentialen der jungen Frauen und Männer nur zum Teil gerecht werden.

Mehr dazu im Dossier: Gender des Goethe Institutes