Wie erreiche ich Eltern mit Migrationshintergrund?

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Mögliche Barrieren

  • fehlende Sprachkompetenzen
  • niedriger Bildungsstand, fehlende Lesefähigkeit
  • Unterschiede zwischen der schulischen Sozialisation und Biografie der Eltern und der Kinder sowie generell der Bildungssysteme in den Herkunftsländern
  • begrenzte zeitliche Ressourcen (Schichtdienst, mehrere Jobs, Väter sind oft sehr lange arbeiten, keine Aufsichtsperson für die Kinder etc.)
  • familiäre schwierige Situationen (Krankheit der Kinder, schlechte Wohnverhältnisse, Armut etc.)
  • persönlich schwierige Situationen der Eltern (negative Migrationserfahrung, psychische Beschwerden, Arbeitslosigkeit, prekäre finanzielle Schwierigkeiten, fehlende Zukunftsperspektiven in Deutschland, Überforderung mit der Elternrolle etc.)
  • kulturelle Gegebenheiten
  • verlorenes Selbstwertgefühl, fehlendes Bewusstsein über die eigenen Potenziale
  • geringes Bewusstsein und wenig persönliche Erfahrungen in der Wahrnehmung ihrer Interessen zu weiteren Einflussfaktoren
  • Hemmungen, Scham, Unkenntnis oder Vorbehalte, um sich bei Institutionen Unterstützung zu holen; darauffolgendes Misstrauen und Zurückhaltung bei Einladungen zu Beratungsangeboten, Veranstaltungen, Elternabenden in der Schule

Zitat einer Mutter: „Wenn ich zum Amt gehe, und sage, dass ich Hilfe brauche, dass ich es allein nicht schaffe, dann bin ich keine gute Mutter und dann kann ich ja nicht für mein Kind da sein. Also nehmen sie mir das Kind weg. Da sag ich doch lieber nichts und behalte mein Kind.“

Handlungsempfehlungen zur Zielgruppenerreichung

Um Eltern für die Angebote der Elternarbeit zu interessieren und sie für die Wahrnehmung dieser zu mobilisieren, ist es entscheidend, ihr Vertrauen zu gewinnen. Grundvoraussetzung für die Erreichung der Eltern sind gute Kooperationen und die Einbindung der Elternarbeit vor Ort. Förderlich dafür sind:

  • intensive Öffentlichkeitsarbeit
  • Kooperationen und Vernetzung innerhalb des eigenen Trägers: Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Integrationskurse, Sprachkurse etc.: Die Elternarbeit profitiert zum großen Teil von bestehenden Kontakten zu potentiellen Kooperationspartnern, teilweise aber auch von den verschiedenen Angeboten für Migrantinnen und Migranten innerhalb der Träger.
  • Kooperationen und Vernetzung mit anderen Trägern und damit Verankerung der Elternarbeit im Sozialraum: Schulen, Vereine, Migrantenorganisationen, Integrationskurs- und Sprachkursträger, Erziehungsberatungsstellen, Ausländeramt, Arbeitsagenturen, Unternehmen, Einbindung in bestehende Netzwerke etc.
  • Sprach- und KulturmittlerInnen: Es ist von Vorteil, wenn die Sprach- und KulturmittlerInnen selbst Eltern und in das Schulsystem oder bei anderen Kooperationspartnern eingebunden sind. Vor allem aktive und interessierte Eltern, die sich allgemein offen und ein grundsätzliches Interesse am Projekt zeigen, beeinflussen den Projektfortschritt und auch den Zugang zu weiteren Eltern positiv – diese nehmen teilweise eine „Vorbildfunktion“ ein.
  • aufsuchende Arbeit und niedrigschwellige Angebote: Telefonate und Hausbesuche werden überwiegend als positives Mittel zur Erstkontaktaufnahme bewertet.
  • Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Eltern

Siehe auch


Migrationshintergrund - Definition und Problematik

Exkurs:Kooperation mit Schulen bzgl. Eltern mit Migrationshintergrund